Ich bin eine Tussi, holt mich hier raus!

Nach einem halben Jahr in Peru können wir nun endlich von uns behaupten, alle drei Landschaftsformen Perus – Costa, Sierra und Selva – gesehen zu haben.

Ende Januar sind wir nach einer Woche Zwischenseminar in Lima hoch in den Norden des Landes, nach Iquitos, der größten Stadt im Regenwald, geflogen.
Von dort aus haben wir uns auf ein richtiges Abenteuer eingelassen: Drei Tage fernab der Zivilisation! In unserem „Dschungelcamp“ gab es weder Elektrizität, Handynetz (was gleichzeitig kein Internet bedeutet) noch sauberes Wasser. Dafür gab es Hängematten, einen Pool – und Kakerlaken. Aber beginnen wir von vorne:
Sonntag morgens stiegen wir in Iquitos in ein Schnellboot, das uns von der Stadt über den Amazonas zu unserer Unterkunft für die nächsten Tage bringen sollte – der Wimba-Lodge am Fluss Yanajaku. Nach einem gewöhnungsbedürftigen Mittagessen konnten wir gleich am ersten Tag die kunterbunte Tierwelt des Amazonasgebiets entdecken. Aber seht selbst!

Gemeinsam mit dem Rest unserer Gruppe sind wir dann über den Amazonas geschippert- allerdings waren Lena und Lucie die einzigen, die sich getraut haben, vom Schiff aus in den Fluss zu springen, um zu baden.

Außerdem haben wir vom Boot aus graue und rosane Flussdelphine gesehen, der Traum eines jeden Mädchens!
Was für Mädchen wir eigentlich wirklich sind, wurde uns dann erst abends so richtig bewusst. Nach einer Tour durch den nächtlichen Regenwald, die manche schon genügend Nerven gekostet hat, ging es nach dem Abendessen, ausgestattet mit der Handy-Taschenlampe, in die Zimmer. Dort wurde uns dann jedoch bewusst, dass wir hier nicht (mehr) alleine wohnen. Neben massig an Mücken hatten wir nun auch Kakerlaken und anderes Gehviech als Mitbewohner. Die Hilfe eines Kammerjägers war dank Elke zum Glück nicht notwendig! Bei Ratten jedoch war sogar sie dann mit ihrem Latein am Ende und konnte ihren Rucksack und die Souvenirs auch nicht mehr retten.

Am Morgen danach haben wir uns durch den Regenwald auf den Weg zu einem Urwaldstamm gemacht. Tagsüber sah das alles gar nicht mehr so gefährlich aus wie in der Nacht.

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Ein Gruppen-Foto mit dem Stamm
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Selbstgemachter Schmuck: Gut, dass wir kein Geld dabei hatten!
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Das Begrüßungsritual: Bemalen des Gesichts. Mit dem Motiv hatte nicht jeder Glück…

Fischen in Deutschland gilt ja meist eher als langweilig, beim Piranha-Angeln im Amazonas haben wir jedoch richtigen Ehrgeiz entwickelt. Elke war allerdings die Einzige, die richtiges Anglerglück hatte und einen Piranha ins Boot holen konnte.

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Dieser Abend verlief ohne Gekreische, denn wir waren so schlau und haben die Taschenlampen dieses Mal gar nicht erst angemacht.

Unser letzter Vormittag: Bei einer mehrstündigen Tour durch den Regenwald sind wir durch einen Fluss gewatet- bei Wasser bis zur Hüfte bringen aber nicht mal mehr undichte Gummistiefel was….
Unser Führer hat sich vor uns mit einer Machete den Weg durch das Dickicht geschlagen und uns somit zu den Zielen unserer Wanderung geführt. Neben Wimba, einem 150 Jahre alten und 45 Meter hohen Urwaldriesen, war unser Lieblingsziel  ein riesiger, „wandernder“ Baum, der sich auch sehr gut als Klettergerüst eignet.

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Dauernd auf der Hut vor giftigen Schlangen und auf der Flucht vor aggressiven Mosquitos zu sein, war zwar eine interessante und außergewöhnliche Erfahrung, aber nach diesen drei Tagen haben wir beschlossen, dass die Kleinstadt-Tussis an der Costa doch besser aufgehoben sind.

Vamos a la playa!
Elke, Lena, Lucie und Luisa

PS: Lucie hat die Kakerlaken sogar bis zum nächsten Stop mitgeschleppt…

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