Unsere Casitas

Hola liebe Leser,

heute wollen wir euch „unsere“ Kinderheime vorstellen, in denen wir montags bis samstags die Nachmittage verbringen. Insgesamt hat unsere Organisation CIRCA-MAS acht solcher Einrichtungen, wir arbeiten in drei davon.

Hermano Clemente

So heißt das Heim der kleinsten Kinder, das sich direkt auf unserem Wohngelände befindet. Hier leben derzeit 13 Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren, die Voll-/Halbwaisen sind oder deren Eltern nicht die Möglichkeit haben, sich ausreichend um sie zu kümmern.

Die Kinder sind vormittags in einer Art Vorschule, nur die zwei Kleinsten bleiben noch zu Hause bei Veronica, ihrer Betreuerin (und Ersatzmama). Diese ist nur wenige Jahre älter als wir selbst und kümmert sich fast allein, rund um die Uhr um ihre Schützlinge.
Gegen Mittag kommen dann die Größeren wieder heim und es wird gemeinsam gegessen. Danach werden zuerst die „Hausaufgaben“ (diese bestehen meist aus Malen oder anderen einfachen Dingen) erledigt. Den restlichen Nachmittag spielen die Kleinen dann verteilt im ganzen Haus, welches aufgeteilt in drei kleine Schlafräume, einen Vorraum, einen Ess- bzw. Hausaufgabenraum und einen kleinen Platz im Freien ist. Anschließend gibt es ca. um halb sechs das Abendessen, was für uns meist die größte Herausforderung ist – während ein Teil einfach nicht essen will (egal was es gibt), kann es schon mal passieren, dass die Kleineren mit vollem Mund einfach einschlafen… Aber egal wie müde sie beim Essen schon sind, ins Bett wollen sie hinterher trotzdem nicht. Jeden Abend dasselbe Spiel: Zähne putzen, umziehen, Gutenachtsagen, tausende Gutenachtbussis, …und das dreizehn Mal!

Abgesehen davon, dass es natürlich auch anstrengend ist, ist es einfach schön zu sehen, wie wir jeden Tag wieder freudestrahlend mit einem „Hooola, amigitaaas!“ begrüßt werden und wie anhänglich die Kinder uns gegenüber geworden sind. Auch wir haben uns schon total an sie gewöhnt und können uns gar nicht mehr vorstellen, sie in neun Monaten wieder verabschieden zu müssen.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Santo Tomas de Aquino

Ganz am anderen Ende der Stadt befindet sich das Kinderheim Santo Tomas, in dem Jungs im Alter von sechs bis zwölf Jahren wohnen. Bei unserem ersten Besuch haben wir für sie zusammen mit einem ehemaligen deutschen Freiwilligen gekocht und ganz nach dem Motto: „Wer etwas gibt, bekommt auch etwas zurück“, wurden wir mit vor Freude strahlenden Gesichtern belohnt.

Damals hätten wir nicht gedacht, dass uns die Jungs mal so ans Herz wachsen werden, aber spätestens nach unserem dritten Besuch stand wohl fest, dass wir für die Jungs alles tun würden: Für (fast) keinen in Deutschland wären wir ohne zu Motzen über eine Stunde in einem so schlecht ausgestatteten Bus gesessen, für keinen Jungen der Welt hätten wir jemals auch nur einen Fußball angerührt und so schnell hätten wir wohl keinem unsere privatesten, peinlichsten und auch lustigsten Geschichten aus unserem Alltag erzählt, ohne uns dafür zu schämen.

Während wir ihnen lernen, auch bei schwierigen Hausaufgaben die Geduld nicht zu verlieren und ihnen zeigen, wie man sich auch bei hohem Lärmpegel konzentrieren kann, beweisen sie uns stets aufs Neue, dass man auch mit wenigen und einfachen Mitteln eine „moads Gaudi“ haben kann. Vielleicht ist das auch einer der Gründe, weswegen wir immer wieder gerne unsere kleinen Freunde besuchen kommen.

Manchmal ist es auch schon vorgekommen, dass die Kinder bei unserer Ankunft noch in ihrem Speisesaal zu Mittag gegessen haben, weshalb wir unsere Wartezeit mit dem Spitzen der (wenigen) Buntstifte verbracht haben, damit wir im Anschluss sofort mit dem Hausaufgaben machen beginnen können.

Dass in uns wahre Talente als Motivationskünstler schlummern, haben wir wohl erst in den vergangenen zwei Monaten bemerkt: Um die Jungs zu einem zügigen Erledigen ihrer „tareas“ anzuspornen, locken wir sie mit unseren beeindruckenden Fußball-Skills. Das scheint zu funktionieren und so enden unsere Tage in Santo Tomas immer mit einer spannenden Mädchen-Jungs Partie- wir müssen sicherlich nicht erwähnen, wer hierbei gewinnt…

Trotz allem Vergnügen haben die Jungs natürlich auch Dienste im Kinderheim zu erledigen. Dazu zählen zum Beispiel Wäsche waschen, Küchendienst und auch das Aufräumen ihrer Schlafsäle, die mit Stockbetten ausgestattet sind. (Wer jetzt meint, dass Wäsche waschen und Jungs nicht zusammen passen, irrt sich: Unsere „amigitos“ haben keinerlei Hemmungen, wenn neben der Wäsche auch sie etwas nass werden)

Ein typischer Wochentag im Kinderheim schließt meist mit der Formación – an der auch stets der Hund teilnimmt – und unserem Abschied, bevor die Jungs mit dem Abendessen ihren Tag beenden.

 

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Santa Teresita

Das Heim der älteren Mädchen liegt im gleichen Stadtteil wie unser Zuhause und ist daher sehr viel schneller zu erreichen. Schon nach 20 Minuten Busfahrt und einem kurzen Fußweg hören wir das Gekreische und Gekicher der Mädels. Hier leben nämlich ca. 30 Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren und dementsprechend hoch ist auch die Geräuschkulisse…

Dort sind wir nur am Nachmittag, hauptsächlich um bei den Hausaufgaben zu helfen. Diese sind schon sehr viel schwieriger und häufig dauert es auch bei uns einige Zeit bis wir die Aufgabe verstanden haben (Ob das jetzt an unseren fehlenden Sprach- oder Mathekenntnissen liegt, kann man sich aussuchen :D). Trotzdem werden wir sobald wir im Kinderheim ankommen von den Mädchen belagert und sie streiten sich häufig schon fast darum, wer denn wem heute hilft.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Weil beim Hausaufgaben machen immer alle Mädels in einem, relativ kleinen Raum sind und manche davon schon früher fertig sind als andere, ist es dort häufig ziemlich laut und vor allem die Kleineren (die meist länger brauchen) können sich schlecht konzentrieren. Daher planen wir derzeit, einen Lagerraum in einen Aufenthaltsraum umzugestalten. Für die Älteren würde das bedeuten, dass sie endlich einen Rückzugsort haben, gleichzeitig wäre dadurch der Hausaufgabenraum wirklich nur noch zum Arbeiten da. Ohne die Unterstützung von daheim ist dieses Projekt jedoch leider nicht umsetzbar. Das Ganze läuft nun über die Crowdfunding-Seite Startnext, auf der man unterschiedlichste Projekte fördern kann. Falls der benötigte Betrag nicht erreicht wird, bekommt man seine Spende zurück.

Unsere Seite ist: http://www.startnext.com/kinderheimsantateresita

Wir würden uns wahnsinnig darüber freuen, wenn ihr mal reinschauen und uns helfen würdet.

Allgemein planen wir derzeit, wie wir den Kindern die Weihnachtszeit ohne die Eltern verschönern können. So haben wir Adventskalender für sie gestaltet, planen Bastelnachmittage und Ausflüge. Auch die Anschaffung von kleinen Weihnachtsgeschenken steht noch auf unserer Wunschliste. An dieser Stelle möchten wir uns bei allen herzlich bedanken, die bereits für uns gespendet haben, denn ohne finanzielle Unterstützung wäre das Ganze von Vorneherein nicht möglich.

Besos,
Adriana, Elke, Lena, Lucie und Luisa

 

 

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s