Unsere erste Tour durch Peru

Hola queridos,

dreimal dürft ihr raten, wo wir waren:

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1: Colloseum
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2: Taj Mahal
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3: Machu Picchu

Wahrscheinlich habt ihr es euch jetzt eh schon gedacht- richtig, wir waren auf dem Machu Picchu!

Wegen den Feiertagen (Allerheiligen und Allerseelen) hatten wir schulfrei, was wir dazu genutzt haben, uns vom Alltag eine kleine Pause zu gönnen.

Begonnen hat unsere Reise am Donnerstag Abend mit einer 10-stündigen Busfahrt nach Cusco, die nicht gerade erholsam war. (Aber das sollte die ganze Reise wohl nicht werden, wartet ab.)

In Cusco angekommen haben wir gleich mal gemerkt, wie mit den armen Touristen umgegangen wird- für eine 3 Minuten Fahrt im Taxi haben wir stolze 10/S gezahlt. Aber davon haben wir uns nicht die Laune verderben lassen und sind dann losgezogen, um die Stadt zu erkunden.

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Plaza de Armas
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Hardcore-Touristen
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Man braucht ja Erinnerungen!

Früher, als Cusco noch die Hauptstadt in ihrem Reich war, haben die Inkas viele beeindruckende Monumente geschaffen. Leider wurden, vor allem in der Stadt, viele dieser Bauten in der Zeit der Eroberung Perus durch die Spanier zerstört. Meistens blieben nur die Grundmauern stehen, auf denen die Europäer schließlich ihre Kirchen setzten. Mit dem damals wichtigsten Inkatempel Qorikancha, dem man dem Sonnengott Inti gewidmet hatte, verfuhr man genauso. Aber nicht nur die conquistadores trugen zu der Zerstörung bei, auch das schwere Erdbeben 1650, nach welchem man über die Reste der Grundmauern das „Convento de Santo Domingo“ erbaute.

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Cusco bei Nacht

Der folgende Tag begann früh für uns. Um 06:00 Uhr standen wir bereits am Straßenrand, um uns ein Taxi zum außerhalb gelegenen Bahnhof „Poroy“ zu nehmen. Von dort aus fuhren wir in das (Touri)-Dörfchen Aguas Calientes, das nur aus Restaurants, Hotels und den typischen Souvenirläden besteht. Die Zugfahrt dorthin war ihr Geld mehr als wert (ich meine, 150 USD müssen sich ja auch lohnen): Noch selten haben wir so eine faszinierende Natur gesehen wie in diesen dreieinhalb Stunden. Anfangs wirkte die Landschaft noch eher wie daheim, das typische also: Wiese, kleinere Straucharten und im Hintergrund Berge. Doch nach einer Weile wurde es immer tropischer; Kakteen, Bananenstauden, Lianen, Mahagoni-Gewächse und und und.

Das war wirklich beeindruckend!

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Vor so einer Kulisse will natürlich jedes Mädchen ein Bild haben und so kann schon mal ein Nachmittag vergehen:

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Für das Highlight unserer Reise standen wir gerne noch einmal früh auf, nur, um dann in der Rezeption unseres Hostels sehen zu müssen, dass unsere (am Tag zuvor bestellten) Lunchpakete von anderen hungrigen Reisenden mitgenommen wurden. Super.

Naja, half alles nichts, so mussten wir den Aufstieg von Aguas Calientes bis zur Inkastadt ohne Proviant in der Tasche und ohne wirkliches Frühstück im Magen antreten (die Peruaner verstehen unter „continental breakfast“ wohl was anderes als wir).

Vom Eingang des Nationalparks aus führen unzählige Treppenstufen nach oben zum Ziel. Der Aufstieg fiel uns schon ziemlich schwer – die Frage ist hier, ob das nur an der Höhe und dem Klima lag oder an unserer Kondition.

Die Aussicht, die wir nach 150 Höhenmetern (insgesamt sind es 400) hatten, hat uns jedoch immer wieder aufs Neue motiviert!

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Unser treuer Wegbegleiter

Nach einer Stunde und 40 Minuten war es dann endlich soweit- der Regenwald lichtete sich und wir konnten uns endlich zu den Touristen gesellen, die zehn Minuten mit dem Bus hochgefahren sind. Was für eine Anstrengung das wohl für die gewesen sein muss!

Als wir dann die um ca. 1420 n. Chr. erbaute Stadt der Inkas zum ersten Mal erblickt haben, erkannten wir, dass es jeder Cent und jede Minute der Anstrengung sowas von wert war! Das, was sich vor unseren Augen bot, ist wirklich (fast) unbeschreiblich! Da hat echt jeder der 2000 Touristen, die täglich zugelassen werden, Glück gehabt, dass damals der US-amerikanische Forscher Bingham erst die Ruinen entdeckt hat und nicht schon die Spanier!

Über Machu Picchu selbst ist leider nicht allzu viel bekannt, weswegen sich viele Mythen um seine Geschichte ranken. Fakt ist jedoch, dass man sich, wenn man dort ist, selbst wie ein Teil der Geschichte fühlt. In dem Moment, als wir zu viert nebeneinander standen und von oben auf die Stadt schauten, wurde uns erst einmal richtig bewusst, dass wir gerade zusammen in Peru sind und tatsächlich auf eines der sieben neuen Weltwunder blicken. Wahnsinn!

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Am frühen Nachmittag, als wir alles gesehen hatten und wirklich nicht mehr konnten, machten wir uns auf den Rückweg. Eigentlich wollten wir mit dem Bus zurück ins Tal fahren- als wir dann aber die viel zu lange Schlange vor dem Ticketschalter gesehen haben, war schnell klar, dass wir uns doch zu Fuß an den Abstieg machen. Im Nachhinein haben wir dann festgestellt, dass das ein sehr viel schönerer Abschluss war.

Am späten Nachmittag ging es dann (leider) auch schon wieder zurück nach Cusco, der Ausflug zum Machu Picchu wird uns für immer in Erinnerung bleiben!

 

Am nächsten Tag wandelten wir wieder auf den Spuren der Inkas (jaaaaa, liebe Eltern und Lehrer, seid stolz auf uns, das war tatsächlich ein reiner Kultururlaub!), denn wir machten eine Tour durch alle umliegenden Orte im „valle sagrado“, dem geheiligten Tal dieser Hochkultur.

Ort número uno: Chinchero

Chinchero ist eine kleine Stadt, die wegen ihrer schönen Aussicht auf die umliegende Landschaft von reicheren Inkas als Sommersitz genutzt wurde. Hier gibt es eine kleine Kirche, die uns vor allem wegen ihrem Inneren begeistert hat. Anders als viele Kirchen in Cusco, die in einem top Zustand waren, waren hier die meisten Wandgemälde verblichen, was uns aufgrund der Authentizität sehr gut gefallen hat. An dieser Stelle müssen wir euch leider enttäuschen, wir haben nämlich heute leider kein Foto für euch (Zitat: Heidi Klum), denn auch hier war das Fotografieren, wie in vielen anderen Kirchen Perus, verboten. (Was Lena in der Kathedrale nicht davon abhielt, dennoch ein paar Schnappschüsse zu machen. Dies blieb leider nicht unbemerkt, weswegen wir für die restliche Zeit unseres Besuches als Begleitung einen privaten Sicherheitsdienst hatten.)

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Wie erwähnt, die Kathedrale in Cusco (Danke Apple für den Gelöscht-Ordner!)

Ort número dos: Moray (3200 Meter ü. NN)

Auch hier haben wir mal wieder festgestellt, dass die Inkas wirklich ganz und gar nicht zurückgeblieben waren. Was wir hier sehen konnten, konnten wir nicht wirklich nachvollziehen. Wir können nicht mal einen Kreis mit Bleistift auf ein Blatt Papier malen- und die Inkas haben eine ganze landwirtschaftliche Forschungsstätte in Kreisform erbaut!

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Durch den Terrassenbau herrscht auf jeder Stufe ein jeweils leicht verschiedenes Mikroklima, wodurch die Inkas genau feststellen konnten, welche Pflanze unter welchen Bedingungen am besten wächst. Um die Pflanzen zu bewässern, wurde das Wasser von einem höher gelegeneren See hinabgeleitet und durch ein Kanalsystem auf die einzelnen Terrassen verteilt.

Ort número tres: Salar de Maras

Diese Anlage wurde bereits von einer prä-inkanischen Kultur angelegt und von den Inkas verbessert und anschließend fortgeführt. Das Salzwasser gelangt aus den Bergen über Kanäle in die verschiedenen Becken und je länger es dort verbleibt, desto heller wird die Wasserfarbe.

Durch die Sonneneinstrahlung verdunstet das Wasser und übrig bleiben Sole und Salzkristalle. Das Salz von Maras ist weltweit bekannt und geschätzt und lässt das Essen hoffentlich besser schmecken, als das Salzwasser in den Becken geschmeckt hat (Klar, dass wir das probiert haben!)

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Ort número cuatro: Ollantaytambo 

An sich ist Ollantaytambo ein Dorf, bekannt ist es aber aufgrund seiner hoch über ihm thronenden Festung der Inkas. Die Stadtplanung, die man heute noch erkennen kann, ist wie einst zu Zeiten der Inkas erhalten geblieben.

Die Treppen hinauf zu der Anlage waren nach einem Tag auf dem Machu Picchu nicht unbedingt das, was den von Muskelkater geplagten Beinen gut tat. Hoch oben wurden wir nicht nur vom ersten Regenfall in Peru überrascht, sondern auch mit einem schönen Ausblick über das Tal belohnt.

Auf dem gegenüberliegendem Berg konnte man, nach genauerer Betrachtung, drei in den Stein gehauene Gesichter erkennen. Diese sollten drei ihrer Götter repräsentieren.

Außerdem ließen sich in dieser Bergwand Lagerstätten erkennen, welche dank der Lage zwischen drei Tälern und dem dadurch resultierenden Wind dafür sorgten, dass die dort eingelagerten Produkte zwischen 15 und 20 Jahren haltbar waren.

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Findet ihr die drei Gesichter?

Ort número cinco: Pisac

Oberhalb des Ortes Pisac erheben sich die Reste eines Inkazeremonial-Zentrums umgeben von landwirtschaftlichen Terrassen. Dort befindet sich auch der größte Inkafriedhof Perus, der gar nicht so groß aussah. Leider waren wir kurz vor der Schließung erst dort, weshalb uns nicht mehr viel Zeit blieb, um das Gelände zu erkunden.

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Unseren letzten Tag in Cusco haben wir dann entspannter verbracht, wir sind durch die Stadt gebummelt und haben die einzigartige Atmosphäre der ehemaligen Hauptstadt der Inkas auf uns wirken lassen.

Womit wir jetzt nach Hause fahren? Mit einem neuen Stempel im Reisepass und vielen schönen gemeinsamen Momenten, an die wir uns wohl immer zurückerinnern werden.

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Besitos,

Elke, Lena, Lucie und Luisa

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