Krankenstation, Tierschutzverein und Fußballfanclub Arequipa

Hola Amigos,

Tut uns leid, dass wir schon länger nichts mehr von uns hören lassen haben. Das hatte aber durchaus seine Gründe: zuerst waren wir alle krank (von einer Lebensmittelvergiftung, über Grippe, bis hin zu Kreislaufproblemen war alles dabei), und als es uns wieder besser ging, hat es nicht lange gedauert, dass uns der Alltag eingeholt hat: mittlerweile sind unsere Wochen gut durchgeplant, denn wir haben alle mit dem Unterrichten begonnen. Von Dienstag bis Donnerstag sind wir aufgeteilt auf die verschiedenen Circa-Schulen, wo unsere Aufgabe darin besteht, den Kindern Englisch beizubringen. Aber wer jetzt an „langweiliges“ Unterrichten denkt, mit motivierten Kindern und einem durchorganisierten Stundenplan, den müssen wir enttäuschen: schon der Morgen gestaltet sich immer aufregend, denn jedes Mal aufs Neue stellt sich für uns die spannende Frage, ob die Lehrer dieses Mal daran denken, uns überhaupt abzuholen. Wenn diese erste Hürde dann bewältigt ist und wir alle im Kombi oder Taxi sitzen (wenn auch mal mit zweistündigen Verspätungen), beginnt die Fahrt zu den einzelnen Schulen, welche teilweise bis zu eineinhalb Stunden dauert und uns oft quer durch den Großstadtdschungel Arequipas in die Randbezirke an den Berghängen führt.

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Angekommen geht es dann erst einmal zu der sogenannten „Formacíon“, einer Art Morgenaufstellung, wo sich sämtliche Schüler versammeln und gemeinsam beten. Teilweise hatten wir auch schon die große „Ehre“, uns dann vor der kompletten Schule vorzustellen – genau das, was man sich nach nur vier Wochen Spanischunterricht wünscht…

Erst dann geht es ans eigentliche Unterrichten, was in manchen Klassen sogar relativ gut funktioniert, in anderen aber nicht ganz so reibungslos abläuft: viele Schüler sehen nicht ein, warum sie auf die komische neue Lehrerin hören sollen, die (oft) nicht mal richtig Spanisch spricht und auch keine Noten geben kann. Warum soll man bitte Englisch lernen, wenn man stattdessen auch problemlos Flieger, Stifte oder auch Stühle durch die Gegend werfen kann? Natürlich ist das für uns ziemlich stressig, gleichzeitig müssen wir aber zugeben, dass wir die Schüler sogar einigermaßen nachvollziehen können…schließlich ist es noch nicht lange her, dass wir selbst in ihrer Position waren. Trotzdem hoffen wir alle, dass sich das Unterrichten in den nächsten Wochen noch besser einspielen wird.

Zusätzlich sind wir sechsmal die Woche im Kinderheim, wo wir mit den Niños Hausaufgaben machen und danach noch mit ihnen spielen. Mittlerweile haben sich die Kinder dort schon an uns gewöhnt und es ist schön zu sehen, wie sie sich jedes Mal freuen, wenn wir kommen.
Ansonsten müssen wir Unterricht vorbereiten, haben teilweise noch Spanischstunden und zusätzlich zweimal die Woche Salsa. Viel Freizeit bleibt also nicht. Trotzdem ist in den vergangenen Wochen einiges passiert, was nichts mit Schule oder Kinderheim zu tun hat:
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Die Woche darauf waren wir mit ein paar Jungs von Circa bei einem Fußballspiel: es spielte Arequipa gegen Lima. Das Ergebnis dieses internationalen Spitzenspiels müssen wir hier nicht erwähnen, das ist sicherlich auch in den deutschen Medien gewesen. Interessant war für uns nicht nur der Kartenkauf, denn hier ist es kein Problem, eine Viertelstunde vor Spielbeginn vor dem Stadion noch Tickets zu kaufen. Auch die Kulisse war beeindruckend, denn von den Tribünen aus hat man einen tollen Blick auf den Vulkan Misti. Aber wir geben auch zu, dass wir nicht nur das Bergpanorama, sondern auch die gute Sicht auf die attraktiven Fußballspieler sehr genossen haben 😉

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Nachdem Fußballspiel wollten wir eigentlich nur noch entspannt Wasser kaufen gehen, als uns beim Nachhauseweg ein Mann mit einer Plastiktüte entgegenkam. Eigentlich nichts Ungewöhnliches, wenn es aus dieser Tüte nicht laut miaut hätte… Spontan hat Lucie den Mann, der sichtlich ein schlechtes Gewissen hatte, zur Rede gestellt und er hat ziemlich schnell zugegeben, dass er drei Babykatzen dabei hat, die er gerade dabei ist, zu entsorgen. Das konnten wir aber nicht zulassen, und nach einem kurzen Gespräch mit einer Mitarbeiterin von Circa stand fest: wir haben drei neue Mitbewohner! Sapo, Kolumbus und Chachani (aka Franz Eberhofer), wie wir die drei genannt haben, leben also jetzt, bis sie groß genug sind, bei uns auf der Dachterrasse und halten uns ziemlich auf Trab.

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Unser kleiner Entdecker- Kolumbus 

Auch am Wochenende wird uns selten langweilig, weil wir oft in Tanzwettbewerbe, Schulfeste oder Sportwettbewerbe eingeladen werden. Vor allem bei den Tänzen haben wir allerdings das Problem, dass sich die Musik für uns immer gleich anhört und weniger die Choreographien sondern die farbenfrohen Kostüme das Highlight sind.

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Trotzdem freut es uns aber auch zu sehen, wie viel hier für die Kinder organisiert wird. Für die Kinderheimkinder gibt es oft auch noch separate Veranstaltungen, wie beispielsweise vor zwei Wochen ein großes Fest inklusive Torte und Clown.

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Wie ihr seht bzw. lest, hat sich der Alltag hier so langsam eingespielt. Trotzdem aber sind für die nächsten Wochen einige zusätzliche Sachen geplant, von denen wir natürlich berichten werden.

Bis bald,

Adriana, Elke, Lena, Lucie und Luisa

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3 Kommentare

  1. Gracias, me alegra que ya vayais entrando poco a poco en la vida cotidiana peruana. Cuidad esa vuestra salud

    y hasta la próxima. Nosotros preparando a la nueva generación, que seguira vuestros pasos.

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  2. Liebe Lucie,
    DANKE, dass du die drei Miezen gerettet hast! Du bekommst von mir die „goldene Miezen-Ehrennadel“.
    Liebe Mädels,
    schön, dass ihr euch in Peru also nicht nur um Kinder, sondern auch um Katzen kümmert. Das ist ganz nach meinem Sinn! Liebe Grüße aus der Heimat! Passt auf euch auf und lasst es euch trotz aller Aufregungen, die man als Lehrer nun mal hat, gut gehen. Ihr macht das klasse!!!
    LG Ursel Kraft

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