Eine turbulente Woche in AQP

Hola seguidores!

Auch in der letzten Woche haben wir viel erlebt, weswegen wir wieder einiges zu berichten haben.

Normalerweise endet bei uns jeder Tag auf der Dachterasse, wo wir immer noch zusammen sitzen, Musik hören und ratschen (wie es sich für Mädels eben gehört…). Neulich aber lief das alles ein bisschen anders ab: Wir haben uns abends alle ins Bett verabschiedet und gerade erst ein paar Stunden geschlafen, als plötzlich das Bett anfing zu wackeln und uns aus unseren süßen Träumen riss. Man würde ja meinen, jeder reagiert in einer solchen (noch) ungewohnten Situation gleich: Springt fast panisch aus dem Bett, reißt die Zimmertür auf und hofft, dass im Gang schon eine der anderen 4 Mädels steht, der man in die Arme fallen kann. So war das zumindest bei Elke und mir; zusammen standen wir dann im Gang und schauten durch das große Fenster auf die nächtliche Stadt – bis uns auffiel, dass man ein Erdbeben ja gar nicht sehen kann und wir desillusioniert wieder zurück ins Zimmer taumelten. Lena, in Gedanken immer noch in ihrer Stadtwohnung in Passau, wachte genervt von den Bauarbeitern vor ihrem Fenster auf und Luisa verschlief das Ereignis gleich. Aber nein, es ist nicht so, als ob man mit Luisa keinen Spaß haben kann. Wie haben wir doch alle gelacht, als wir die Tür zu unserem Haus aufsperrten und unser komplettes Wohnzimmer plötzlich unter Wasser stand. Luisa war „nur kurz“ duschen, was einen positiven Nebeneffekt hatte: Unser staubiges Haus war nun endlich wieder annähernd sauber, denn das Wasser lief unter der Duschtür raus und bahnte sich seinen Weg bis zum Erdgeschoss, was eine riesige Wasserpfütze im Wohnzimmer zur Folge hatte, in der sogar schon unsere Schuhe schwammen.

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Erster Gedanke der gesamten Crew: „Juhu, das (längst schon überfällige) Putzen bleibt uns erspart!“
Zweiter Gedanke: „Schnell, machen wir Fotos für den Blog!“ – Das kam nicht besonders gut bei Luisa an, die peinlich berührt und sichtlich gestresst war und sich darum bemühte, die Sofas vor dem Ertrinken zu bewahren.
Leider schafften wir es schließlich auch mit vereinten Kräften nicht, das Haus in einen einigermaßen ordentlichen Zustand zurückzuversetzen, denn wir hätten eigentlich schon längst zum Flughafen losfahren sollen, um dort endlich Adriana in unsere Arme zu schließen. (Man merkt also, an die „hora peruana“ gewöhnt man sich schneller, als man anfangs denkt)

Hier unsere letzten Gedanken vor der Abfahrt:

Scheiße, sieht das hier aus! Was machen wir jetzt?!
Ach, lassen wir es einfach so, das ist Adriana eh egal! (Danke, dass du so unkompliziert bist, Adi!)

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Wieder vereint nach fast 10 Tagen

An diesem Tag musste sich Adriana also gleich mal dran gewöhnen, wie es das nächste Jahr so laufen wird. Es sah nicht nur total aus im Haus, weil das Wasser getrocknet war und hässliche Flecken auf dem Boden hinterlassen hatte, nein, es stellte sich auch bald eine gewisse Hysterie unter uns Mädels ein, und das kam so:

Mein Schlüssel lag in meinem Zimmer, und Luisa zog beim Hinausgehen die Tür hinter sich zu. Blöd nur, dass die Arme nicht wusste, dass meine Zimmertür kaputt ist und sofort abschließt. Also hat mich Luisa erfolgreich aus meinem eigenen Zimmer ausgesperrt. Weil wir aber schon die letzten Tage zuvor ein paar Probleme mit unseren Schlüsseln hatten (Lena zum Beispiel verlor den ihren) wollten wir nicht sofort zu den Angestellten von Circa rennen und (mal wieder) beichten, weswegen wir beschlossen, Tipps zum Aufbrechen von Türen zu googlen. Elke schien am geeignetsten dafür und hatte nach einigen Minuten schon ihr 1. Erfolgserlebnis (und das zweite sollte schon bald folgen): Sie hatte es geschafft, mit einer Karte das Schloss meiner Tür zu öffnen – sogar, ohne es zu beschädigen! Einige Stunden später hatte sie ihre Technik dann sogar schon so weit perfektioniert, dass sie innerhalb von 15 Sekunden Lenas Tür aufbrach…

Ansonsten verlief die Woche weitestgehend ruhig, denn wir hatten alle nicht viel Zeit, um irgendwas anzustellen. Elke, Luisa und Lena hatten vormittags immer drei Stunden Spanischunterricht, um die Sprache zu lernen bzw. aufzufrischen.
Drückt die Daumen, dass sie bald alle Muttersprachler sind! 🙂

Währenddessen zeigte ich Adriana die Stadt oder besuchte mit den deutschen Jungs Schulen, in denen Josef früher unterrichtet hat. Es war so schön mit anzusehen, wie viel Freude man den Kindern selbst nach 3 Jahren Abwesenheit noch machen kann, wenn man sie für ein paar Stunden besucht! Da können wir nur hoffen, dass wir unser Jahr genau so nutzen und so viele Kinder wie möglich glücklich machen können!
Nachmittags besuchten wir oft das Kinderheim „Santa Teresita“. Das erste Mal ohne jegliche Begleitung dort hin zu finden, war zum Erstaunen aller sogar echt gut machbar. Da ist uns erst mal aufgefallen, wie schön die Stadt und ihre Umgebung ist, in der wir jetzt ein Jahr lang leben dürfen!

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Dort mit den Kindern Hausaufgaben zu machen, ist schon eine größere Herausforderung, was aber Gott sei Dank weniger an der Verständigung liegt, denn das geht tatsächlich mit Händen uns Füßen! Nein, es liegt viel mehr daran, dass wir das „System“ der Mathematik in Peru noch weniger kapieren als das in Deutschland, sodass wir uns dann selbst erst einarbeiten müssen. Oftmals machen sich die Kinder dann aber auch einen Spaß draus und tun so, als ob sie es nicht verstehen, obwohl wir schon längst bemerkt haben, dass viele wirkliche Mathe-Asse sind!

Manchmal endet Hausaufgaben machen dann aber auch so….

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Das war die Schlange, die uns am Samstagmorgen ab 06:15 Uhr erwartet hat. Hier in Circa hat man uns nur erzählt, wir sollen für 400 Leute ausschenken – wobei wir alle an Wasser oder Tee dachten – aber wie sich schnell herausstellte, war unsere Aufgabe dann doch anders. Die 400 Bedürftigen mussten sich am Tag zuvor anmelden und kamen, um sich von Kanada gespendete Lebensmittel abzuholen. Wir 5 Mädels wurden dann einzelnen Ständen zugewiesen: Elke und Lena verteilten Müsli-Riegel, Luisa und ich gaben Kekse aus und Adriana half den Älteren, die schweren Tüten und Taschen zur Straße zu bringen, wo sie auf ihre Taxis warteten. Es hat uns allen wirklich viel Spaß gemacht- vor allem, weil unsere „Mitarbeiter“ in den einzelnen Teams sehr nett waren und die Menschen uns alle anlächelten und sich freuten, wenn man ihnen mehr gab, als eigentlich vorgesehen.

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Sonntag Nachmittag brachen wir dann zusammen mit den deutschen Jungs in ein Jungen-Kinderheim am Rand der Stadt auf, um dort Quinoa und Gemüse für sie zu kochen. Eigentlich haben wir Alicia, der Chefin der Organisation, von unserem Vorhaben berichtet und sie wollte es dem Leiter des Heims ausrichten, aber als wir dort ankamen, wusste niemand von uns. Das war aber kein Problem für uns und so machten wir uns gut gelaunt daran, das Essen vorzubereiten. Weil wir nicht genug Messer für alle hatten und es ohnehin zu eng geworden wäre in der Küche, spielten die Jungs auf dem Innenhof eine Mischung aus Basketball und Fußball und wir Mädels bereiteten das Essen vor. Was für eine (typische) Rollenverteilung! 😀 Dass wir Mädels es auch mal mit dem Fußball probiert haben, wurde sowohl von den peruanischen als auch von den deutschen Jungs belächelt.
Das Essen war für die Kinder mal was anderes als Reis und Kartoffeln und man merkte ihnen an, dass sie sich teils selbst nicht sicher sind, ob es ihnen schmeckt oder nicht.

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Heute Abend geht es zu einem Salsa-Tanzkurs und wir freuen uns schon alle sehr drauf, das Tanzbein zu schwingen! Wir werden berichten!

Besitos, Lucie (und natürlich Adriana, Elke, Lena und Luisa)

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